keep it simple and safe - auch in Kambodscha

Ein Erfahrungsbericht von J. Behr

Erfahrungsbericht Ausland

Mai 2014, Geschäftsreise nach Kambodscha. Mein Ziel: eine Futtermittelfabrik vier Stunden östlich von Phnom Penh, mitten in der Provinz. Die Landstraßen sind nicht befestigt, die Luft ist klirrend-heiß. Kinder in Lumpen spielen am Straßenrand. Bauern stecken bis zur Hüfte im Wasser, führen mit Büffeln ihre Pflüge durch die Reisfelder.

Wir erreichen die Fabrik – eine Anlage, so groß wie eine Schule – und durchqueren die offene Lagerhalle. Barfüßige Mitarbeiter laden Säcke auf einen Lkw. Hinter der Halle, neben dem Büro des Geschäftsführers, stoßen wir im ersten Stock auf das Labor. Sofort stechen zwei gewaltige Analysenautomaten ins Auge: hochwertige Geräte eines europäischen Herstellers. Es ist modernste Technik – mit einem Haken: Sie funktionieren nicht!
Der Geschäftsführer ist ratlos. Der nächste Kundendienst für diese Automaten ist mehrere Hundert Kilometer entfernt, im Nachbarland Vietnam.

„Können Sie mir helfen diese Automaten wieder zum Laufen zum bringen?“, fragt der Geschäftsführer. Er hat Glück: Unser Händler ist ein Techniker. Mit seinem Werkzeug gelingt es ihm, eines der Geräte zu reparieren. Für das zweite bräuchte der neue Ersatzteile und die gibt es nur in Saigon, das wäre eine Zweitagetour. Bis Saigon braucht man sechs Stunden. Was für ein Aufwand.

Wir machen dem Geschäftsführer klar, dass er für seine Anforderungen überhaupt gar keinen Automaten braucht. Warum so viel Geld investieren – zumal ein System, das so störanfällig ist und wenn etwas schiefgeht, sich nicht schnell reparieren lässt? Wir machen eine einfache Rechnung auf: Allein Reparatur- und die Wartungskosten dieser angeschafften Automaten in den nächsten drei Jahren entsprechen dem Neupreis unserer Geräte. Nur: Unsere Geräte lassen sich mit Schraubendreher und Zange reparieren. Sie sind so robust, dass keine Wartung nötig ist. Genau das ist unsere Gerätephilosophie: „keep it simple and safe“ – kurz KISS – einfach zu bedienen und einfach zu warten.

Geringe Kosten, keine Wartung und die Gewähr, dass die Futtermittelproduktion reibungslos laufen kann. Der Geschäftsführer ist überzeugt. Er bestellt zwei behr Geräte und ist seitdem für uns Referenzkunde in der Region.

J. Behr